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PopZine.de - MUMM RA - Interview
MUMM RA - Interview PDF Drucken E-Mail
mumm-ra
Foto: Pressefoto
Mein Orientierungssinn wurde auf dem Weg zum Interview mit Mumm- Ra wirklich auf die Probe gestellt. Letztendlich bin ich aber dann doch noch rechtzeitig in dem kleinen aber sehr gemütlichen Hotel inmitten der Stegerwaldsiedlung in Köln- Mühlheim angekommen. Nach einem netten Empfang vom Management wartete ich noch ca.15 Minuten bis Oli, der Gitarrist der Band kam und mich mit auf eines der Hotelzimmer nahm um das Interview dort zu führen. 

Die anderen vier Bandmitglieder sollten nämlich während dessen ein weiteres Interview mit einem Radioreporter führen, wobei keine Hintergrundgeräusche (wie ein weiteres Interview) hörbar sein sollten.BeimÖffnen der Türe zum Hotelzimmer hatte Oli aber dann doch noch einige Schwierigkeiten. Denn die neuartigen Schlüssel, eher gesagt (Chip)-Karten oder wie auch immer man sie nennen soll, wollen ja manchmal einfach nicht so ganz wie ihr Benutzer. Er fragte mich dann ob ich wisse wie so etwas funktioniert und somit arbeiteten wir beide daran irgendwie die Türe zum Hotelzimmer zu öffnen, bis sie ganz plötzlich ganz einfach irgendwie aufging, wie, dass ist mir allerdings immer noch unklar. Damit war eine sehr nette und wirklich freundliche Atmosphäre sofort vorhanden.
Wie seid ihr auf die Idee gekommen selber Musik zu machen?

Mmmh, wir haben uns in der Schule kennen gelernt, in der secondary school (weiterführende Schule) und sind richtig gute Freunde geworden. Dazu kam, dass wir alle Musik machen wollten und so fingen wir einfach an zusammen zu üben und es uns selbst beizubringen.

Wann habt ihr dann angefangen Musik auch richtig selbst zu machen?

Sofort, wir haben einfach sofort angefangen Musik zu machen ohne groß drüber nach zu denken. Wir haben uns auch anfangs immer selbst promoted, haben Flyer verteilt und auch selbst gemachte Cd’s verkauft. Wir hatten bestimmt 150 Auftritte gehabt bevor wir jetzt so richtig auf Tour gegangen sind. Wir haben drei kleine Touren in England selbst auf die Beine gestellt. Ohne Hilfe ganz alleine… weil wir einfach unbedingt Musik zu unserem Beruf machen wollten waren wir auch bereit viel Arbeit darin zu investieren.

Wo und wann war denn euer erster Auftritt?

Oh ja, unserer erster richtiger Auftritt war in einer Schule für Kinder mit körperlichen und geistigen Behinderungen. Die Schule hieß „Saint Mary’s“. Das war schon sehr bizarr und für einen ersten Auftritt auch wirklich komisch. Nichts desto trotz haben wir das aber wirklich gerne machen, nur ist es ja schon eine Art erster Auftritt den nicht jede Band hat, deswegen wir uns dieser wohl immer sehr gut in Erinnerung bleiben.

Mumm- Ra… was bedeutet dieser Name und warum habt ihr euch gerade diesen ausgesucht?

Uh, warte… ob ich das noch richtig zusammenkriege, ist manchmal schwer sich an den genauen Zusammenhang zu erinnern. Jedenfalls hat ein ehemaliges Mitglied der Band irgendwo einmal ein Cover des Cartoon „Thunder Cats“ entdeckt. Das stammt aus den 80gern und ist auch ganz cool. Darin gibt es dann so eine Figur die Mumm- Ra heißt. Wir fanden aber einfach den Namen cool, auch die Art und Weise wie es sich anhört wenn man Mumm- Ra sagt. Ja, aber vor allen Dingen wie es geschrieben ist und wie es dann ausschaut, es passt halt alles.

Welche Art von Musik hört ihr selbst? Welche Bands?

Erstmal natürlich Oasis. Gareth mag auch sehr gerne Meat Loaf, hehe. Dann Radiohead, die Stones, The Kinks einfach ganz viele verschiedene Bands. Sigur Ros, eine isländische Band ist zum Beispiel eine die ich richtig gut finde, deren Musik ist einfach wahnsinnig gut. Auch finde ich in letzter Zeit wirklich Geschmack an den 80gern, wie zum Beispiel die Dire Straits oder Duran Duran. Die sind mir vorher noch gar nicht so aufgefallen.

Haben diese Bands auch Einfluss auf eure Musik, gibt es etwas dass eure Musik überhaupt beeinflusst?

Ja, alle diese Bands haben irgendwie Einfluss auf unsere Musik. Es ist aber nie eindeutig. Es sind halt sehr viele verschiedene Musikrichtungen die wir mögen, deswegen kann es auch nie eindeutig sein. Also ich würde unsere Musik nie mit nur genau einer Band vergleichen. Manchmal, wenn wir mit Bands verglichen werden sind wir damit auch überhaupt nicht einverstanden und wundern uns total, wie man darauf gekommen sein mag.

Ihr arbeitet gerade an eurem Album, richtig? Wie fühlt es sich an, an einem ersten eigenen Album zu arbeiten?

Oh, dass Album ist fertig. Wir haben es im Sommer in Spanien aufgenommen. Das war Wahnsinn, einfach total super. Es wird am 7 Mai erscheinen, ich weiß zwar grad nicht ob das auch in Deutschland so ist, aber in England wird es auf jeden Fall am 7 Mai auf den Markt kommen.
Jedenfalls haben wir in Spanien das erste Mal mit einem richtigen Producer zusammengearbeitet, Youths heißt er. Es hat super viel Spaß gemacht, dass erste mal richtig professionell an unserer Musik zu arbeiten. Er hat uns geholfen das letzte bisschen das unserem Album noch gefehlt hat um es perfekt zu machen herauszufinden, indem er seine Ideen noch mit eingebaut hat und uns gefragt hat wie wir bestimmte Dinge finden, die passen könnten. Somit haben wir einfach das letzte was uns noch gefehlt hinzugefügt. Das ist auch der Grund worum wir so unendlich zufrieden mit dem Album sind. Wir haben einfach sehr viel daran gearbeitet um es perfekt zu machen, was ich finde uns auf jeden Fall gelungen ist.

Wie ist denn die Grundstimmung des Albums?

Also, es hat sehr viele verschiedene Seiten. Ich würde es also auf der einen Seite enorm und gewaltig bezeichnet aber auch episch auf eine spezielle Art und Weise. Auch wenn es viele verschiedene Seiten hat und sie Songs auch sehr unterschiedlich sind, passt alles aber trotzdem auf seine gewisse Weise zusammen. Ich erinnere mich einfach an die Zeit die wir zusammen verbracht haben um an dem Album zu arbeiten. Deswegen würde ich sagen das Zeit der Begriff ist der das Album zusammenfasst.

Mit welchen Themen befasst sich das Album? Gibt es bestimmte Aspekte mit denen ihr euch besonders beschäftigt?

Nicht unbedingt. Aber wir haben uns viel damit beschäftigt aus dieser „Bubble Hometown“ herauszukommen. Also beschäftigt es sich wohl viel mit fliehen und davonlaufen. Aber auch damit dass wir viel Spaß zusammen gehabt haben, denn die Musik ist ja das was uns verbindent, dass was uns zusammenhält.

Und jetzt, wo ihr viel auf Tour seid und wirklich öfter nicht zuhause seid, vermisst du es und bist du trotzdem noch froh der „Bubble Hometown“ entflohen zu sein? Wie heißt es überhaupt?

Es heißt Bexile. Aber nein, ich mage es immer noch sehr. Es ist ein wirklich schönes Örtchen. Vor allen Dingen bin ich immer froh darüber nach Hause zu kommen um auch mal wirklich abschalten zu können. Um so richtig zu relaxen, verstehst du? Das kann man unterwegs nicht so gut, dass geht nur zu hause.

Wer schreibt die Texte bei euch?

Das ist immer ganz verschieden. Oft passiert es aber so, dass einer von uns eine Idee für einen Song hat, sich dazu eine Melodie überlegt und wir uns dann zusammen setzten und daran arbeiten.. Wir nennen das die „Mumra-Ra Machine“. Das ist unser Bearbeitungsprozess durch den alle unsere Songs müssen.

Ihr seid mit den Kaiser Chiefs getourt, wie war dass?

Super. Die Kaiser Chiefs sind eine einzigartige Band, vor allen Dingen mit einer einzigartigen Bühnenshow. Wir haben wirklich viel Gelegenheit gehabt von ihnen zu lernen während wir sie auf der Bühne beobachteten konnten und mit ihnen unterwegs waren. Denn sie haben wirklich eine professionelle Show. Wenn sie auf der Bühne sind haben sie einfach eine gigantische Art und Weise ihre Songs zu präsentieren, einfach total professionell. Von Magie umgeben.

Wie fühlt sich an wenn man merkt das man langsam aber sicher berühmt wird? Und vor allem die Möglichkeit hat mit Bands wie The Killer oder den Kaiserchiefs zu touren?

Es ist wichtig immer das zu tun, was sich richtig anfühlt. Das haben wir auf jeden Fall getan. Man kann sagen, dass wir mit der Zeit immer selbstsicher geworden sind. Wir haben viel an uns gearbeitet um als Band professionell zu werden, um gute Musiker zu werden. Unsere Sounds sind besser und ich finde wir schaffen es auch immer mehr konstant gut zu sein, die Unsicherheit vom Anfang ist einfach verschwunden. Wir können jetzt jedem zeigen wie gut wir sind.

Freut ihr euch schon darauf eine eigene Tour zu machen?

Oh, wir sind selbst schon letztes Jahr auf eine kleine eigene Tour gegangen. Das Gefühl ist großartig. Die Atmosphäre ist ganz anders. Du hast mehr Zeit beim Soundcheck, kannst länger auf der Bühne spielen aber vor allem kommen die Leute um deine Band spielen zu sehen, sie kommen wegen dir und das ist ein sehr gutes Gefühl. Auch wenn es immer kleine Konzerte waren hat mir das sehr gut gefallen.

Morgen ist ja erst euer Konzert, werdet ihr heute Abend noch etwas in Köln machen?

Mmh, dass weiß ich noch gar nicht so recht. Wir haben noch ein paar Interviews vor uns und sind auch gerade eben erst angekommen. Vielleicht werden wir heute Abend nur etwas hier rumhängen, vielleicht gehen wir aber auch in die Stadt, mal sehen. Ich wollte mir auf jeden Fall aber mal die Kirche hier anschauen, ich hab gehört dass die wirklich sehr schön sein soll und dass man von oben aus einen super Überblick hat.

 

http://www.mumm-ra.com/  

http://www.myspace.com/mummra

 

(Silke Golisch

 


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