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Chuck Klosterman gibt sich in seinem eigentlichen Erstlingswerk
richtig Mühe Heavy Metal nicht nur zu erklären, sondern das Gesicht, dieser
laut Klosterman, nach dem Frauenkleid-Auftritt Kurt Cobains, ausgestorbenen
Musikrichtung, zu wahren. Im Prinzip schildert Chuck seine Erfahrung mit dem Heavy
Metal und die dazu passende amerikanische Musikszene von seiner Kindheit bis zu
seiner Studienzeit. Dabei redet er nur allzu gern über die Einöde North Dakotas,
wo er aufwuchs und die er stetig zu verteidigen versucht, um irgendwie den
Stellenwert dieser Gegend zu heben. Das schafft er nicht zuletzt durch
Schlussvollgerungen, in denen er referiert, dass die Leute dort nicht dumm
seien, sondern nur keine Zeit haben, neben ihrer Arbeit über die wirklich
wichtigen Dinge im Leben nachzudenken.
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Im Gegensatz zu seinem, hier zuerst erschienen
Zweitlingswerk, kann man den seitenlangen Erklärungen gut folgen, auch als
Nicht-Metal-Fan. Wie man es von dem Musikjournalisten gewohnt ist, benutzt
Chuck als literarisches Mittel Vergleiche, wie zum Beispiel, seine
Schlussfolgerung, dass Mötley Crue seine Beatles sind. Und irgendwie schafft er
es nicht nur den Leser zum Lachen zu bringen, sondern auch Heavy Metal wie
richtig gute Musik erscheinen zu lassen. Wer jedoch glaubt, dass Klosterman
ausschließlich sachlich bleibt, sollte sich auf Sätze wie „…versuchte den
Mikroständer zu bumsen und wie Tarzan brüllte…“(S.28) gefasst machen, die immer
wieder die Eigenart des Metal als Schmunzelfaktor nutzen.
Richtig gut ist das Leseerlebnis allerdings erst dann, wenn
man sich die Mühe macht, die angesprochenen Songs nebenher anzuspielen. Leider
gibt es auch zwei große Nachteile in diesem amüsanten Buch. Zum einen vergisst
man bei all den Bands oft was auf der Seite vorher stand und zum anderen lassen
die vielen Rechtschreiberfehler den Leser oft vor eine Wand laufen, da sie
morphologisch richtig, semantisch jedoch gänzlich falsch sind.
Was das Layout angeht, kann man den allseits beliebten Songtext
„…don´t judge a book by ist cover…“ nicht ernst nehmen, denn eine Kuh mit
typischer KISS-Befleckung gibt vorab genau den Ton an, den dieses Buch
anschlägt. Ernsthaftigkeit und aufs Korn nehmen seiner Lieblingsmusik, das kann
dieser Mann vereinen.
Mein Fazit ist, dass persönliche Storys im Gegensatz zu
seinem Roman „Eine zu 85% wahre Geschichte“ kaum vorhanden sind und so
erscheint dieses Buch nicht in dem Deckmantel des Romans, sondern als das, was
es ist - eine saukomische Doku.
(Annette Raczuhn)
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