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Laura-Mary Carter und Steven Ansell
von den BLOOD RED SHOES waren ja sowas wie das neue Indie-Traumpaar der letzten
Jahre. Da waren diese zwei Kids, angezogen wie du und ich auf dem Dancefloor
und schoben dem mit Handclaps und Twee verweichtem Indiepublikum ganz
unauffällig die etwas härtere Gangart in die iPod Playliste. Die Speerspitze
eines New Loud Movement, zusammen mit Johnossi. Rauhe Hits wie „You Bring Me
Down“ oder „Say Something, Say Anything“ machten das Debüt „Box Of Secrets“ zur
Lieblingsplatte vieler im Sommer 2008 und noch danach.
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Oh weh, MIDLAKE. In meiner
Diskothek zwischen
Michael Jackson und den Midnight Juggernaughts haben sie‘s nicht
einfach. Zu leicht
wandert der Finger im Regal an dieser Passage mit Überdruss vorbei.
Völlig zu
Unrecht. Denn MIDLAKE spielen Musik aus einer anderen Welt. MIDLAKE
sind sowas
wie der musikalische Genklumpen, aus dem später mal der Nachkömmling
von Michel
Gondry und Spike Jonze geklont wir.
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Es gibt so viele Mitsing-,
Mitklatsch und Mitwipp-Songs auf dieser Welt. Wie schön, wenn dann Bands
auftauchen, bei denen der Hörer noch zum bewussten Hinhören animiert wird. ADOLAR
haben sich den Anspruch auf die Fahne geschrieben. Tanzmusik. Pfff… kann ja
jeder. Chargierend zwischen Punk, Hardcore und dem um die Jahrtausendwende so
populären Independent Rock, sind ADOLAR beileibe nicht jedermanns Darling.
Wollen sie aber auch nicht.
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TWO DOOR CINEMA CLUB – Tourist History (Cooperative Music/Universal)
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Auf
Auf, es darf getanzt werden. Und wieder eine Kapelle aus dem schier
unerschöpflichen britischen Hype-Pool des vereinigten
Königreichs. Mit dem Empire ist es ja schon lange her, aber ab
und an fürchtet man doch, da könnte ein System hinter
stecken. So haben wir also mit TWO DOOR CINEMA CLUB unseren ersten
schönen Clubstomper des Jahres bekommen. Und wie herrlich passt
da alles zusammen. Röhrenjeans, Spießerfrisur, Blazer,
Knabenchorstimme und crispe Gitarrenriffs.
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AN HORSE – Rearrange Beds (Grand Hotel van Cleef/Indigo)
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Wie schön es sein kann,
wenn man sich auf alte Stärken besinnt beweisen uns nun mal wieder die Kollegen
vom Hamburger Label Grand Hotel van
Cleef. Diese haben endlich mal wieder einen Indie-Act aus Übersee gesignt.
Wobei Übersee hier auch noch über einen anderen Ozean meint. Das Duo AN HORSE kommt aus Australien und tritt
das Erbe handfesten Indietums an, das Bands wie Death Cab For Cutie oder Maritime
bei van Cleef hinterlassen haben.
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TEGAN AND SARA - Sainthood (Sire/Warner)
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Während Fans in aller Welt bereits
seit November in den Genuss des neuen, sechsten Albums der kanadischen
Zwillingsschwestern Quin kommen durfte, hat sich die Plattenfirma in
Deutschland dazu entschlossen, das Album hierzulande erst im neuen Jahr zu
veröffentlichen
Soviel zu den Wehrmutstropfen, die
das Album begleiten. Im Endeffekt kann man sogar dankbar sein, dass die
Promomaschinerie in Deutschland nicht schon früher angelaufen ist. Nicht
auszudenken, wo die deutschen Clubs auf der restlos ausverkauften Tour Ende
November noch die anderen Besucher hätten unterbringen sollen.
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KETTCAR – Fliegende Bauten (live) (Grand Hotel van Cleef/Indigo)
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Mit KETTCAR ist das so eine Sache.
Die eine Hälfte der deutschen Szene liebt Marcus Wiebusch, seinen Bruder Lars, Reimer
Bustorff, Erik Langer und Frank Tirado-Rosales abgöttisch für ihre einfühlsamen
und unaufdringlichen Arrangements. Die andere Hälfte zelebriert die Antipathie
gegenüber dem befindlichkeitsfixierten, teils schmachttriefenden Songwriting. KETTCAR
ist das weitestgehend egal. Alle Bandmitglieder bringen mittlerweile soviel
Erfahrung mit, dass sie relevante und unrelevante Kritik nach Belieben filtern
können, die negative wie die positive.
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SPINNERETTE – Spinnerette (Hassle/Pias)
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Die
Welt der Musik, Bands stürmen mit ihren Debüts in den
Himmel, stürzen danch ab. Andere haben über Jahrekonsequent
in ihrer Szene Erfolg, landen plötzlich in der Sackgasse. Lösen
sich auf, nur um sich später mit anderen Leidensgenossen zu
durchmischenund als „Superband“ neu zu erfinden. Die alten Herren
von Chickenfoot sind dafür ein abschreckendes Beispiel. Aber es
geht auch frischer und unpeinlicher. SPINNERETTE wären dann
dafür die Blaupause.
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DEASTRO – Moondagger (Ghostly/K7)
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Drogen
können eine Menge anrichten. Das oder etwas ähnliches kommt
einen in den Kopf, wenn man „Moondagger“ das erste Mal hört
und dabei die Platte mit ihrem schrecklich abseitigen Artwork in
Händen hält.
Viele
Musiker hatten nach einem gewissen Konsum Träume von Prinzen,
Königreichen und bösen Mächten in einer Fantasiewelt,
die einer Ölpfütze entsprungen scheint. Beim 22jährigen
Randolph Chabot, der sich DEASTRO nennt, scheint sich keine Ausnahme
zu bilden.
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LA ROUX – La Roux (Polydor / Universal)
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Elly
Jackson ist 20. Na bitte. Der nächste junge Hüpfer, als
Supertalent verschrien und von längst der Glaubwürdigkeit
entfremdeten britischen Medienorganen als Hype durchgereicht. An uns
weniger gut informierte und mittelmäßig gebildete
Nachwuchskritiker und Konsumenten. Eigene Meinung bilden ist
untersagt, hier wird bitteschön gefeiert und gelobt. Da spricht
man schon im Beipackzettel zur Platte von der „ganz großen
Show“ und dass „dem Elektro-Pop endlich wieder ein Sinn“
gegeben wird. Na ob sich diese Prophezeiungen bestätigen, bleibt
zu bezweifeln.
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KASABIAN - West Ryder Pauper Lunatic Asylum (Sony BMG)
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Serge Pizzorno, Gitarrist von KASABIAN hatte sich ein klares Ziel gesetzt. Wieder angekommen im
heimischen Leicester, nach zwei Alben und vier Jahren Tour wollte er etwas
größeres erschaffen als nur das übliche dritte Album, an dem eine Rockband
dieser Tage gemessen wird. „Dir wird immer gesagt, dass du zehn Hit-Singles schreiben sollst, aber
wir dachten uns, wir ignorieren das einfach und machen etwas viel Krasseres.“ Auf der vermeintlichen Höhe ihres
Könnens präsentieren sich KASABIAN
wiedereinmal als Gratwanderer zwischen Rock und Elektro.
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PALE - Extras: Demos/Outtakes/Mixe
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Abgesänge, Nachrufe, Lobpreisungen,
wie oft werden diese für große Bands gemacht? Zu oft. Es ist an der Zeit auch
einmal kleine Bands zu ehren. Ende Mai verabschiedete sich die Aachener
Indieband PALE von seinen langjährigen und neuen Fans. Zuletzt führte es die
fünf Jungs noch aufs Hamburger Indielabel Grand Hotel van Cleef. Ein furioses
letztes Album erschien dort 2006 und ging im deutschen WM-Fieber leider völlig
unter.
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ICH, ALEXANDER… – Von der Kunst aus Tränen Farbe zu machen und damit die Seele zu streichen
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In Herzberg ist die Hölle los… nicht! Herzberg scheint eher
Provinzhölle zu sein, aus der man sich irgendwie in eine Parallelwelt retten
muss. Wie sonst ist es zu erklären, dass ein so junger und talentierter Musiker
wie Alex Günther nach diversen
Bandprojekten und Stilwechseln so frisch und herrlich gravitationsfrei vor sich
hinmusiziert. Bereits bei einem großen Bandwettbewerb mit einem Förderpreis
bedacht, hat er nun sein zweites in Eigenregie und mit Allerweltssoftware
daheim aufgenommenes Album mit dem unglaublich langen Titel „Von der Kunst aus Tränen Farbe zu machen und damit die Seele zu
streichen“ vorgelegt.
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TELE - Jedes Tier (Tapete Records)
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„Waren die letzten Platten von Tele Fragen oder Aussagen, ist diese ein
Tier […]“ So stimmt
einen der Pressetext zum neuen TELE-Album
ein. Überlegungen drängen sich auf: Ist da jetzt mehr Gitarre dabei? Oder
Doublebass? Mutierte Frontmann Francesco Wilking zum Shouter? Weder noch. TELE klingen auf „Jedes Tier“ so sehr
wie eh und je nach Parliament-Beschallung zum Frühstück und Katja Ebstein zum
Kaffekränzchen. Fast schon schlagerhaftes Songwriting paart sich hier noch
immer mit grandiosen Soulteppichen und den Lieblingslicks von George Clinton
und Bootsy Collins.
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KILIANS – They Are Calling Your Name (Vertigo / Universal Records)
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Niemand hat
ihnen den Gefallen getan. Der Aufforderung zum Mord an der Band, die groß auf
dem Cover des Debütalbums „Kill The Kilians“ prangte, ist bisher keiner
nachgekommen. Das ist vielleicht auch gut so. Denn die KILIANS haben etwas
geschafft, was vielen Bands verwehrt bleibt. Das so schwere zweite Album ist entgegen
der Prognosen vieler Kritiker gelungen. Ein Opfer musste es dann aber doch
geben. Wer tanzen will, könnte es mit den neuen KILIANS schwer haben.
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KRISTOFER ÅSTRÖM – Sinkadus (Startracks/Tapete Records)
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Der
traurige Schwede ist zurück. Angekommen irgendwo zwischen
Solo-Meisterwerken wie „Loupita“ oder „A Northern Soul“ und
alten FIRESIDE Momenten. Unter Mithilfe bekannter Kollegen hat es
diesmal sogar verhältnismäßig lang gedauert. Früher
kam Åström bereits nach 3 Wochen Alleingang mit der
fertigen Platte zum Produzenten. Zwei Jahre lang hat Kristoffer
Åström diesmal an seinem mittlerweile siebten Album
gebastelt.
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1984 – Open Jail (Weekender/Indigo)
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Strasbourg,
diese mystische Stadt an der Deutsch-Französischen Grenze. Neue
Keimzelle des minimalistischen Beat-Indiepops? Die Rakes sangen
bereits von ihr, da war es nur eine Frage der Zeit, bis die erste
hippe Band dem Elsaß entwächst und mittlerweile fast schon
zu groß für die kleine Region wirkt. Und wie hip.
Franzosen halt.
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THE PRECIOUS MINGS – Everytime I Sell A Record A Kitten Dies (Weekender/Indigo)
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Mit
der Autokratie ist das so ne Sache. Menschen, die einen äußerst
starken Drang nach Individualität und Selbstbestimmung haben,
wie Boris Ming, der schweigsame und doch exstatische Keyboarder der
britischen Combo CHIKINKI, können sich irgendwann nicht mehr
halten und schaffen sich mangels eines Staates dann auch schonmal ein
imaginäres Gefolge.
So
spricht man denn auch hier nur von den Mings, einer Dynastie die mit
Vasen nichts am Hut hat, aber trotzdem kostbar ist.
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ELBOW - The Seldom Seen Kid (Polydor/Universal)
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Meine
Mutter hatte früher für mich immer viele gute Ratschläge
parat. „Wenn de nüscht jutet zu sagn hast, sachste besser
jarnix“, war einer davon. Nachdem ersten Durchhören der neuen
ELBOW Platte kam mir eben dieser Ratschlag wieder in den Kopf. Das
Album wusste zunächst mit Ausnahme der grandiosen Single
„Grounds For Divorce“ mehr zu enttäuschen, denn zu
überzeugen.
Nach
einigen Tagen auf wohlwollender Bürorotation zündete die
Platte dann doch. Und nun mit viel zu großer Verspätung
kann ich meine neu entdeckte Begeisterung zum Ausdruck bringen.
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KRISTOFFER RAGNSTAM - Sweet Bills (Weekender/Indigo)
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Wenn
man sich auf eines verlassen kann im Musikbusiness, dann das kein
Jahr vergeht ohne mindestens einen hippen schwedischen Solokünstler.
Bei Namen wie Jens Lekman, José Gonzalez oder Pelle Carlberg
weiß die Indiejugend Bescheid. Denn Schweden machen ja immer
noch, das muss man ihnen lassen, die beste Popmusik von allen. Und
sie sind immer noch, das muss man ihnen lassen, die attraktivsten von
allen Popmusikern. KRISTOFFER RAGNSTAM bildet da keine Ausnahme. Sein
Aussehen scheint ihm nicht viel genützt zu haben, denn mit der
Musik fing er laut eigener Aussage an, um Mädchen rumzukriegen.
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GET CAPE. WEAR CAPE. FLY - Searching for the Hows and Whys (Inkubator/Soulfood Music)
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Für viele
meiner Altersgenossen, mich eingeschlossen, ist es jedes Mal wie ein Stich ins
Herz mit einer rostigen und schon stumpfen Laubsäge, wenn wir Musiker
entdecken, die jünger, attraktiver und dann auch noch erfolgreicher sind, als
man selbst. Sam Duckworth ist 21 und wuchs in Southend/Essex auf. Das allein
sind schon zwei Gründe, auf ihn neidisch zu sein. Und dann kommt die Musik. Der
unglaublich jugendlich rauhe, und doch poppige Sound seiner Songs klingt
zunächst eher amerikanisch. Und doch kann etwas so frisches nur aus dem Kingdom
kommen.
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KAIZERS ORCHESTRA - Maskineri (Kaizerecor/Rough Trade)
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Es ist schon erstaunlich,
wieviel Charme die 5köpfige Band aus Norwegen, namentlich KAIZERS ORCHESTRA versprüht.
Dass da oben in Bergen eine derart gute Laune herrscht, erscheint auch nach dem
vierten Album noch rätselhaft. Aber sicher, wer würde eine dreimonatige Nacht
nicht zum Feiern nutzen. „Maskineri“, das neue Album wird von einem Xylophon im
Song „Moment“ eingeleitet. Es passt zum unverständlichen Gesang, hinter dem
Sänger Janove Ottensen auch schon mal seine Probleme mit dem Postsystem
versteckte, dass sich hier eine fantastische Stimmung ausbreitet.
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HOME OF THE LAME - Sing What You Know (Grand Hotel Van Cleef/Indigo)
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Mittwochs. Draußen ist es kalt und typisch
hamburg-februarig. Jede Sekunde könnte es anfangen zu Schneeregnen. Macht es
nicht. Nicht mal der Schneeregen mag an so einem Abend raus.
Zwischen Büroschluss und Abendessen am anderen Ende der
Stadt genehmigt man sich nochmal ein kostenloses Konzert. Eines von so vielen,
die der Hamburger Plattenladen Michelle Records in seinem Schaufenster
veranstaltet. Es spielt auf: der zur Band erwachsene HOTL.
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SIR SIMON - Battle (Strangeways/Indigo)
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In der offiziellen Presseinfo wird einem erzählt vom
zurückgezogenen, vor Problemen zurückscheuenden Simon Frontzek, der Ende 2004
anfing, an einer Platte zu arbeiten. „Im
Hinterhof passierte recht wenig und das Erdgeschoss der Berliner Mietskaserne
war auch um 3 Uhr nachts noch hell erleuchtet. Hinter den Vorhängen ließ der
bebrillte Typ hier allmählich etwas entstehen, das in erster Linie nicht nach
außen konzipiert und damit so vollkommen schön und zweckfrei war. Musik um der Musik
willen! Einfach mal machen, der Rest wird sich schon wieder zurecht laufen.“
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SIVA - The Story Is Complete, But I Think we've lost the Book (Devilduck/Indigo)
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So ist
das als Promoter. Du verrichtest Tag für Tag deinen Telefondienst und hörst
irgendwann mal in die Radiosendungen rein, für deren musikalische Gestaltung du
dich mitverantwortlich fühlen darfst. Und dann lädt die Stimme, mit der du einmal
wöchentlich Kontakt hast, eine dir völlig unbekannte Band ins Studio ein. Junge
Berliner Musiker spielen da also zwei, drei Akustikstücke. Und du kannst
erstmal nicht weitertelefonieren. Maulsperre. Der Kiefer ist ausgerenkt.
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LICHTER - Lichter (LOOB Musik)
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Wo
kommen die denn her? LICHTER sind eine dieser Bands, bei der man das
gerne genau wissen möchte. Die Stadt ist hier allerdings erstmal
Nebensache. Interessant ist das Label. LoobMusik ist die Heimat von
Delbo und Klez.E und genau da muss man LICHTER einordnen. Kann man nur
nicht. Tobias Siebert hat nicht nur in so ziemlich jeder neuen
deutschsprachigen Band die Finger drin. Nein, er ist die Band. Der
Timbaland des deutschen Alternative Pop.
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THE ENEMY - We´ll Live And Die In These Towns (Wmi/Warner )
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Der gute alte englische
Freund Mister Hype…Da ist er also mal wieder. Pünktlich wie letzten Monat. Und
den vorherigen und…aber Moment, ich breche das mal gleich wieder ab…dieses
Gemecker über die Hypemaschinerie seitens NME & Konsorten ist ja noch viel
schlimmer als das vermeintlich so arge Problem. Freuen wir uns lieber über
Zeiten voller ordentlicher Gitarrenmusik (auch wenn so ein Satz gefährlich nach
Thomas Gottschalk klingt…). Und dass nicht jedes Debütalbum die Welt erobern
kann bzw. wird, sollte eh jedem halbwegs rational denkendem Menschen klar sein. |
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INTERPOL - Our Love To Admire (Capitol/EMI)
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Eine kurze
Rückblende: Sommer 2002, eine New Yorker Band namens Interpol veröffentlich ihr
Debüt „Turn On The Bright Lights“, und schütteln mal eben ein Meisterwerk aus
den schwarzen Hemdärmeln. Aus den Boxten der begeisterten Indie-Welt klang
düstere, hypnotisierende Gitarrenmusik, die an Bands wie The Chameleons, Kitchens
Of Distinction oder auch an Joy Division erinnerte. Die Platte bot zwar keine
große Stil-Vielfalt, wirkte dafür aber auf so wunderbare Weise in sich
geschlossen, dass es einen die Sprache verschlug. Wave-Rock wäre eine mögliche
Bezeichnung für Interpols Musik, Post-Punk eine andere.
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SHOUT OUT LOUDS - Our Ill Wills (Haldern Pop/Cargo Records)
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“So I heard it´s no good to run, but it feels so much
better now that it´s done” aus dem Song “Tonight I´ll Have To Leave It” ist die
zutreffendste Aussage, die die SHOUT OUT LOUDS zu der Thematik des schwierigen
zweiten Albums machen konnten. 2 Jahre nach dem überwältigenden
Erfolg ihres Debüts “Howl Howl Gaff Gaff” gingen die Schweden mit doppelt
abgesichertem Boden an die Veröffentlichung des zweiten Albums, holte man sich
doch Björn, von der ebenfalls schwedischen Band PETER, BJÖRN & JOHN als Produzent ins Boot.
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ARCTIC MONKEYS - Favourite Worst Nightmare (Domino/Rough Trade)
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B-Seiten-Sammlung?
Was wurde nicht alles über die ARCTIC MONKEYS berichtet,
erste Band der My-Space-Generation etc. Das soll jetzt gar nicht weiter
aufgerollt werden. Betrachten wir lieber, nun mit einigem Abstand, das Debüt.
Trotz des ganzen Trubels und der aufgestellten Verkaufsrekorde bleibt nach
anderthalb Jahren die Erkenntnis, dass „Whatever people say I am, that's what
I'm not“ schon ein ziemlich gutes Album war.
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MANIC STREET PREACHERS – Send Away The Tigers (Red Ink/Rough Trade)
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Hardrock
meets Britpop!
Nach jeweils einem Soloalbum von James Dean Bradfield und
Nicky Wire bringen die MANIC STREET PREACHERS nun, nach 3 Jahren ihr 8tes
Studioalbum “Send Away The Tigers” raus. Es ist schon ein merkwürdiger musikalischer Werdegang, den
die werten Herren mit der Zeit einschlugen, von einem punkigen Rock zu Anfang
über Britpop zu Meanstreampop und zurück zu gitarrenlastigen Popsongs mit
Hardrock Unterklang.
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BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB - Baby 81 (Island/Universal)
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What You
Wanted
Es gibt diese Bands, bei denen ist man als geneigter
Musikliebhaber so verdammt hin und her gerissen. Auf der einen Seite gönnt man
ihnen, da sie schlicht grandios sind, jeden (finanziellen) Erfolg der Welt.
Andererseits will man sie dann doch irgendwie für sich behalten.
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BROMHEADS JACKET – Dits from the Commuter Belt (Vital/Rough Trade)
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Manche
Stimmen behaupten sie seien genau wie die ARCTIC MONKEYS und haben
einen schlechten Zeitpunkt erwischt ihr Debütalbum „Dits from
the Computerbelt“ rauszubringen, doch meiner Meinung nach haben sie genau den
richtigen Zeitpunkt gewählt, denn so zeigen sie den ARCTIC MONKEYS erst mal wie
es richtig geht. Die Rede ist von den BROMHEADS JACKET, welche zwar genau
wie MILBURN und die ARCTIC MONKEYS aus Sheffield kommen, aber nicht dort
her stammen.
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THE VIEW – Hats off to the buskers (Red Ink/Rough Trade)
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Und wieder wurde eine Band zu den Presslieblingen Englands,
allen voran des NME´s ernannt. Die Rede ist von „The View“, 4 Jungs aus dem
schottischen Städtchen Dundee. Wo der Name letztlich herkommt, ob aus dem bekanntesten
Pub oder einem Hotel der Stadt, dass bleibt vermutlich vorerst geheim. Was aber
nicht geheim bleibt, ist die Tatsache, dass die Jungs, mit ihrem Debütalbum „Hats
off to the buskers“ die Spitze der englischen Charts stürmten.
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THE DOORS - Best of (40th Anniversary) (Rhino/Warner)
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Und wieder ist es soweit, eine neue CD-Compilation zu den
Doors. Das könnte man jedenfalls denken, aber ganz so einfach ist es doch
nicht. 40 Jahre nach Erscheinen des Debütalbums, der 1965 gegründeten Band
feiert man mit der CD-Zusammenstellung ein Jubiläum. Die CD umfasst 20 Songs ausgewählt aus den insgesamt acht
Doors-Alben, welche die Band zwischen 1967 – 1978 herausbrachte.
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JOHNNY CASH - Ring Of Fire: The Legend of Johnny Cash Vol. 2 (Mercury/Universal)
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Als Johnny Cash im Alter von 71 Jahren an Lungenversagen
starb, rechnete jeder damit, dass diese Legende vermarktet wird, aber sicher hat
keiner mit den Ausmaßen dieser Vermarktung gerechnet.
Folglich wurde der Musik-Markt mit Compilations von Johnny
Cashs unveröffentlichten Songs und zahlreichen Best-Ofs überschwämmt. Dann erschien 2005 der biografische Film „Walk the Line“ und
im Zuge dessen, gleichzeitig die CD „Ring of fire: The Legend of Johnny Cash“.
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KAISER CHIEFS - Yours truly, angry mob (Polydor/Universal)
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Und wieder präsentieren uns die Kaiser Chiefs ein
“Auffangbecken für Betrunkene”, aber nicht das feucht, fröhliche, sondern eher
die Ankunft in der Ausnüchterungszelle. Wer die Kaiser Chiefs sind, muss ich wohl weniger erklären,
dass haben die 5 Leedser Jungs mit ihrem Debütalbum „Employment“ im Jahr 2005
selber gemacht. Gegröle, Hooklines, ein hüpfender und total durchgeknallter
Frontmann, all das gab die Mischung, die Fußballstadien singen ließ und ein
ganzes Bierzelt schunkeln.
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MUTE MATH - Mute Math (Teleprompt/Warner)
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Ruhig bleiben, Baby! Es ist nicht leicht, eine objektive Kritik zu einem Album zu schreiben, dass
einen vollends wegbläst. Ich werde es am Beispiel MUTE MATHs trotzdem
versuchen.
Mit dem stark nach Drumcomputer klingenden Intro „Collapse“ bereiten MUTE MATH
auf ihren Stil vor. Dann kommt die Überraschung: Das Gitarrenriff von „Typical“
bläst einem das Stirnrunzeln aus dem Gesicht. Paul Meany, Tastenfreund und
Sänger, der sich auf Konzerten gerne mal zum Handstand auf seiner Orgel
hinreißen lässt, fegt mit seiner Stimme und ordentlich Hall über das
selbstbetitelte Debütalbum der Amis.
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THE BLOOD ARM - Lie Lover Lie (Warner)
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Nicht einfach nur der neueste Scheiß!
Die ersten Töne dieser Platte klingen verdammt nach der letzten WHITE STRIPES
Scheibe. In der Tat ist ein gewisser Soul in den Songs nicht zu verleugnen,
beim Durchören von „Lie Lover Lie“, dessen Cover-Artwork irgendwo zwischen
Pop-Art und der aus Sin City bekannten Comic-Ästhetik liegt.
Mit „Stay Put!“ eröffnet die Combo um Sänger und Songwriter Nathaniel Fregoso,
der alle Songs aus Enttäuschung über sein vorangegangenes Projekt im Alleingang
zurückgezogen in seinem Kämmerlein geschrieben haben soll, ihr Album. Aber
wie!?
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THE FRATELLIS - Costello Music (Island/Universal)
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THE FRATELLIS, ein schottisches Trio, angeblich benannt nach dem Mädchennamen der
Mutter von Barry. Bekannt wurden sie weitab vom Medienhype. Doch das änderte
sich als das Album in England auf Platz 2 schoss und die drei, die doch
irgendwie an ihre Namensvetter aus dem Film GOONIES erinnern, zu absoluten Presselieblingen machte. Ihr Debütalbum „Costello Music“ enthält 13 Songs,
rasante und schnelle Hits, die leicht mitsingbar sind und einen eingängigen
Sound, der nach einem rasanten Tanzbein verlangt, haben. Vorab: es gibt nur einen
Punkt der zu kritisieren ist bevor ich ein Loblied singe, die Hits „Gutterati“ und „Cigarello“ unlängst den frühen Fans bekannt, fehlen auf dem Album.
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THE GOOD, THE BAD & THE QUEEN - s/t (EMI)
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Die Band die eigentlich keinen Namen hat und deswegen
nach dem Albumtitel gerufen wird wurde von Damon Albarn (BLUR, GORILLAZ)
gegründet. Diese Band, die eigentlich keine sein sollte, sondern nur DAMONs
erste Soloplatte unterstützen sollte, kann man getrost eine Supergoup nennen.
Bestehend aus Bassist PAUL SIMMEON (THE CLASH), Gitarrist SIMON
TONG (THE VERVE, BLUR) und Drummer TONY ALLEN (der
bekannteste Drummer Afrikas) verbinden die 4 Bandmitglieder Punkrock, Britpop
und Afrobeat. Man konnte erahnen was das
für Musik wird, rauskam jedoch genau das Gegenteil, eine ruhige
Geschichtsträchtige Platte.
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JET - Shine On (Atlantic / Warner)
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3 Jahre nach der Erscheinung ihres ersten Albums erscheint
nun das zweite Album „Shine on“ der australischen Rockband JET. Nach wie vor bleibt JET dem Garagenrock treu, schlägt jedoch
diesmal durchaus ruhigere Töne an. Die erste Single „Put your money where your
mouth is“ erfreut alle Fans der alten Singles „Are you gonna be my girl“ und
„Cold hard bitch“, klingt sie doch wie die perfekte Mischung aus beiden. Dem
alten Sound bleibt auch das Lied „Stand up“ treu, anders als der Song „Eleanor“,
der stark an BEATLES Melodien erinnert.
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OASIS - Stop The Clocks (Sony BMG)
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Die
Trackzusammenstellung dieser Kompilation ist eher fragwürdig.
Nicht alle Singles finden ihren Platz auf dieser Best Of, denn Noel
Gallagher hat bewusst darauf verzichtet um mehr B-Seiten
einfließen zu lassen. Wichtig ist zu wissen, dass OASIS ihren
Vertrag mit Sony BMG erfüllt haben und nun Labeltechnisch andere
Wege einschlagen. Da Sony allerdings die Rechte an den Songs
behält und noch einen letzten Verdienst an den treuen OASIS Fans
machen wollte, entstand der Plan eine Greatest Hits herauszubringen.
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